Aktuelles

17. Oktober 2010

rescueDAYS – Besuchertag, Sonderseminare und Blick hinter die Kulissen

Nachdem ich in der letzten Woche bereits ausführlich die einzelnen Stationen der rescueDAYS 2010 in Hermsdorf vorgestellt habe, gibt es jetzt noch einmal einen Artikel zum Besuchertag am Sonntag. Außerdem werde ich auch ausführlich auf die beiden Sonderseminare „Alternative Rettung“ und „Busunfälle mit MANV“ eingehen und einen kleinen Einblick in die Arbeit hinter den Kulissen geben.

Besuchertag

Der Besuchertag am Sonntag lockte laut den Veranstaltern aus Hermsdorf über 5.000 Besucher auf das Trainingsgelände der rescueDAYS und die angrenzenden Aktionsflächen. An diesem Tag war es auch anderen Feuerwehrleuten und interessierten Bürgern möglich, den Teilnehmern bei ihrer Ausbildung zuzusehen und selber viel über die Arbeit der Rettungskräfte zu lernen. Denn an den vorausgegangenen beiden Übungstagen war es nur den Teilnehmern und Ausbildern möglich auf das Gelände der rescueDAYS 2010 zu kommen. So wurde die Station der Busrettung mitten auf die Straße verlegt, damit möglichst viele Besucher das Geschehen verfolgen konnten. Neben den noch laufenden Sonderseminaren „Busrettung mit MANV“ und „Alternative Rettung“ waren noch einmal alle Stationen der letzten beiden Tage aufgebaut und auch wieder viele Aussteller vor Ort, um ihre neuen Produkte der Öffentlichkeit vor zu stellen. Als Highlight landete am Mittag der ADAC-Rettungshelikopter „Christoph Europa“ auf dem angrenzenden Sportplatz und konnte anschließend besichtigt werden.

Besuchertag: Station PKW in DachlageBesuchertag: Station PKW unter LKWBesuchertag: Fahrzeugausstellung (Rosenbauer GW-L)Besuchertag: Fahrzeugausstellung (Metz TM32)

Besuchertag: Fahrzeugausstellung (Iveco Magirus Alufire3)Besuchertag: Fahrzeugausstellung (Christoph Europa)Besuchertag: AusbildungsgeländeBesuchertag: Busseminar
Bilderserie des Besuchertages mit Stationen, Fahrzeugausstellung und Luftaufnahmen aus dem TM32

Links zu den Livestream-Videos des Besuchertages und der Ausstellung:
Besuchertag und Ausstellung 1
Besuchertag und Ausstellung 2
Besuchertag und Ausstellung 3
Besuchertag und Ausstellung 4

Alternative Rettungstechniken

Beim Sonderseminar „Alternative Rettungstechniken“ ging es für die Teilnehmer an drei unterschiedlichen Stationen zur Sache. Neben der neuen Fahrzeugtechnologie (mit besonderem Augenmerk auf alternative Antriebsarten) stand eine Station mit der Rettung aus Kleintransportern und eine Station mit alternativen Rettungsmethoden und Teamwork auf dem Programmzettel. Dabei wurde viel mit ungewöhnlichen Geräten und Hilfsmitteln gearbeitet, um den Teilnehmern weitere Wege für den „Plan-B“ mit an die Hand zu geben. Neben TwinSaw, Minisäbelsäge, Pressluft-Minihandkreissäge und Büffelwinde wurde beispielsweise auch das Reißen der Fahrzeugsäulen und das Hochziehen des Lenkrades mittels Hebekissen gezeigt. Außerdem konnten an verschiedenen Karosserien Schnittversuche durchgeführt werden. Besonders interessant hierbei: Das Verhalten einer Aluminiumkarosserie! Bei der Station Kleintransporter ging es dann noch einmal vor allem um das Öffnen von Schiebetüren und das Erstellen einer großen Seitenöffnung zur Rettung mehrerer Personen.

Schnittversuche mit der TwinSaw an einer AluminiumkarosserieSchnittversuche mit einer HandkreissägeKotflügelquetschen an einer AluminiumkarosserieMini-Säbelsäge

Abnahme der Innenraumverkleidung mit einer MinihandkreissägeAuseinanderdrücken des Innenraumes mit einer BüffelwindeFahrzeugsäule mit dem Rettungszylinder reißenLenkrad mit Hebekissen nach oben ziehen

Glasmanagement am KleintransporterÖffnen von Schiebetüren und Unterbauen von KleintransporternGroße Seitenöffnung mit dem Halligen-ToolArbeiten mit tragbaren Kompaktaggregaten und Coax-Schläuchen
Bilderserie zum Sonderseminar der „Alternativen Rettungstechnik“

Links zu den Livestream-Videos der Station:
Alternative Rettungstechnik 1
Alternative Rettungstechnik 2
Alternative Rettungstechnik 3
Alternative Rettungstechnik 4
Alternative Rettungstechnik 5

Busrettung mit MANV

Beim zweiten Seminar am Sonntag drehte sich alles um den Bus. Auch hier standen für die Teilnehmer wieder drei verschiedene Stationen bereit, an denen es um die moderne Bustechnik, die Rettung von Patienten aus dem Bus und das Anheben des Buses, sowie die Bewältigung eines Massenanfalls von Verletzten und Erkrankten (MANV).

Moderne Bustechnik und Busrettung

An der Station moderne Bustechnik konnten die Teilnehmer an neuen Reise- und Linienbussen lernen, wo neue Technik verbaut wird und wie diese zu bedienen ist bzw. wie diese für die Rettung benutzt werden kann. So wurde beispielsweise auch gezeigt, wo in neuen Bussen die Wasser- und Stromleitungen verlaufen und wie einfach man durch den Gepäckraum in den Fahrgastraum kommen kann.

Bei der Busrettung ging es dann mit schwerem Gerät zur Sache. Zunächst musste der Bus angehoben werden, um eine darunter eingeklemmte Person zu befreien. Anschließend ging es dann um die Schaffung eines geeigneten Zuganges in den Innenraum, um dort weitere Personen zu retten. Neben dem Einsatz von Hebekissen und der dafür notwendigen Unterbauung und Stabilisierung ging es dann bei der Rettungsöffnung vor allem um den Einsatz von speziellen Geräten. Hierfür standen den Teilnehmern nämlich die TwinSaw und der C-Cutter für Folgeschnitte zur Verfügung.

Moderne BustechnikModerne Bustechnik (Kabeltunnel)Busrettung (Stabilisierung und Unterbau)Busrettung (Anheben mit Hebekissen)

Busrettung (Fensterscheibe entfernen)Busrettung (Struktur erkunden)Busrettung (Seitenöffnung mit C-Cutter)Busrettung (Seitenöffnung mit C-Cutter und TwinSaw)
Bilderserie zur Station moderne Bustechnologie und Busrettung

Links zu den Livestream-Videos der Station:
Moderne Bustechnologie
Busrettung

Massenanfall von Verletzten (MANV)

An der letzten Station des Busseminares musste von den Teilnehmern dann noch ein MANV abgearbeitet werden. Dabei wurden keinerlei Rettungsgeräte eingesetzt, um die Verletzten zu befreien. Es ging einzig und alleine um die Versorgung, Betreuung und den Transport der Patienten. Dazu wurde der Bus mit über 25 Schülern besetzt, die sich geschminkt im gesamten Bus verteilten und den Rettungskräften das Leben schwer machten. Denn man will ja schließlich, wenn man laufen kann, wieder zurück in den Bus und seinen Freunden helfen! Diese Situation musste zusammen mit den Kräften des Rettungsdienstes bewältigt werden.

Busseminar: Massenanfall von VerletzenBusseminar: Massenanfall von VerletzenBusseminar: Massenanfall von VerletzenBusseminar: Massenanfall von Verletzen

Busseminar: Massenanfall von VerletzenBusseminar: Massenanfall von VerletzenBusseminar: Massenanfall von VerletzenBusseminar: Massenanfall von Verletzen
Bilderserie zur Station Massenanfall von Verletzen mit über 25 Schülern

Links zu den Livestream-Videos der Station:
Massenanfall von Verletzen 1
Massenanfall von Verletzen 2

Blick hinter die Kulissen…

Die rescueDAYS stellen eine logistische Meisterleistung dar. In diesen drei Tagen werden jedes Jahr rund 140 Schrottfahrzeuge, 22 Nullserie-Fahrzeuge, 15 LKW-Kabinen, 5 Transporter und 1 Bus in ihre Einzelteile zerlegt, um den Teilnehmern eine bestmögliche Ausbildung im Bereich der technischen Hilfeleistung zu bieten.

In diesem Jahr waren wieder über 500 Teilnehmer aus insgesamt 14 Nationen vor Ort. Darunter auch Rettungskräfte aus Australien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Japan und den USA. Sie wurden an den Stationen von über 40 Ausbildern des Weber-Hydraulik Ausbilderteams betreut und zusätzlich durch weitere „Ausbilder in der Ausbildung“ durch die Stationen begleitet.

Zum Abschluss gab es dann wieder ein großes Abschiedsfoto mit allen Teilnehmern, Ausbildern und Helfern. Bei der anschließenden Verabschiedung bedankten sich alle Ausbilder mit der traditionellen „Ausbilderwelle“ für die tolle Mitarbeit der Teilnehmer!

Gruppenfoto rescueDAYSGruppenfoto Sonderseminare
Abschlussfotos der rescueDAYS und der Sonderseminare

Links zu den Livestream-Videos der Abschlussfotos:
Abschlussfoto rescueDAYS
Abschlussfoto Sonderseminare

Übrigens: Die nächsten Weber-Hydraulik rescueDAYS finden vom 30.09.2011 bis zum 02.10.2011 in Deggendorf (Bayern) statt!



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Der Autor dieses Artikels:

Patrick Allinger
Ich bin ein begeisterter Feuerwehrmann, der sich vor allem für den Bereich der technischen Hilfeleistung und für die Unfallrettung interessiert. Beruflich bin ich zuständig für das Produktmanagement bei WEBER RESCUE Systems in Österreich. Auf dieser Seite möchte ich mein gesammeltes Wissen an andere Einsatzkräfte und interessierte Besucher weitergeben, um sie im Einsatzalltag zu unterstützen.




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