Ausbildung

5. August 2010

Mit einfachen Tricks kann man aus einem Schrottauto ein interessantes Übungsobjekt machen

Alle Kameraden, die schon einmal versucht haben ein Fahrzeug für Übungen zu organisieren werden mir zustimmen, dass dieses Unterfangen alles andere als leicht ist. Entsprechend schwierig, wenn nicht gar unmöglich ist es dann, ein moderneres Fahrzeug zu bekommen. Doch nur damit können die nötigen Vorgehensweisen an den Sicherheitskomponenten und Verstärkungen praktisch geschult und die Grenzen der Rettungsgeräte aufgezeigt werden.
Doch mit ein paar Tricks ist es zumindest möglich, auch mit einem Schrottfahrzeug ein gewisses Maß an moderner Fahrzeugtechnologie zu simulieren!

Moderne Sicherheitseinrichtungen simulieren

Dieser Punkt ist sicher der schwerste und es wird dazu ein wenig Fantasie seitens der Einsatzkräfte vorausgesetzt. Gerade die stabilen Materialien lassen sich nicht nachstellen, dagegen sind Sicherheits- komponenten einfach umzusetzen.

Airbags

Schrottauto aufwertenWenn überhaupt, sind in den alten Fahrzeugen maximal 2 Airbags verbaut. In neuen Fahrzeugen können es aber auch leicht einmal bis zu einem Dutzend sein. Daher sollten mittels Aufklebern (mit der Aufschrift „Airbag“, „SRS“ oder „RS“) weitere Airbags im Innenraum hinzugefügt werden. Dabei auch gerne ungewöhnliche Einbauorte wie Knie- und Sitzairbags benutzen!
Dadurch wird gezielt das Anwenden der Airbag-Regeln trainiert und der innere Retter hat etwas zu erkunden.

Elektrische Komponenten

Genau wie bei den Airbags können mittels Aufklebern auch elektrische Komponenten eingebaut werden. So zum Beispiel elektrische Fensterheber oder Sitzverstellungen. Natürlich müssen hierfür die übenden Rettungskräfte mitspielen und die Aufkleber richtig interpretieren und dann danach handeln.
Mit dieser „Erweiterung“ wird zum Einen die Ausnutzung der elektrischen Einrichtungen und zum Anderen das Batteriemanagement geübt.

Seitenscheiben

Wenn die Seitenscheiben entsprechend als Verbundglasscheiben deklariert werden, hat das weitreichende Auswirkungen auf das durch zu führende Glasmanagement. Dies kann zum Beispiel wieder durch Aufkleber aber auch durch das Aufbringen einer durchsichtigen Klebefolie auf der Innenseite erreicht werden.
Es muss also verstärkt auf den Patientenschutz und den Eigenschutz durch Glasstaubmasken und Schutzbrillen geachtet werden.

Erkundung der Einsatzlage aufpeppen

Damit auch der Einsatzleiter etwas mehr zu erkunden und zu überlegen hat, kann im Außenbereich für verschiedene Hinweise gesorgt werden. Diese Hinweise sollten dann in die Entscheidungen und die Herangehensweise einfließen.

Antriebsart

Um für eine Abwechslung und etwas Denkarbeit zu sorgen, kann beispielsweise die Antriebsart verändert werden. Denkbar sind hierbei Aufschriften wie „Ich fahre mit Gas“ oder „Ich bin ein Hybrid-Auto“ sowie kleine Hinweise auf der Innenseite des Tankdeckels für die verwendete Treibstoffart.

Insassen

Auch Hinweise auf die Insassen können am Fahrzeug angebracht werden. Hierfür eignen sich Aufkleber oder Aufschriften wie „Baby on Board“, „GB“ oder ein Behindertensymbol. Diese Informationen haben vor allem Auswirkungen auf den Umgang mit den Patienten und eine eventuelle Suche nach weiteren vermissten Insassen.

Fahrzeugbeladung

Durch Aufschriften auf der Fahrzeugseite kann ganz einfach ein Handwerkerfahrzeug oder ähnliches generiert werden. Mir fallen hierzu spontan Dinge wie „Dachdecker“, „Organtransport“ und „Lackiererei“ ein. Je nachdem wie hier beschriftet wird, muss mit unterschiedlicher, zum Teil gefährlicher Ladung gerechnet werden.

Fazit

Mit wirklich einfachsten Mitteln lassen sich auch aus alten Fahrzeugen interessante Übungsobjekte erstellen. Dazu ist lediglich ein wenig Kreativität und Fantasie erforderlich!
Dadurch können immer wieder herausfordernde und abwechslungsreiche Sachlagen geschaffen werden, die nicht nur ein Training im Umgang mit der modernen Fahrzeugtechnologie ermöglichen, sondern auch die Wichtigkeit der Erkundung verdeutlichen. Ganz nebenbei sorgen diese Details dafür, dass die Kameraden mit Spaß bei der Sache bleiben und die Übung nicht als Standard verbuchen.

Verwendet ihr bei Übungen kleine Hinweise, um die Einsatzlage interessanter zu gestalten?



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Der Autor dieses Artikels:

Patrick Allinger
Ich bin ein begeisterter Feuerwehrmann, der sich vor allem für den Bereich der technischen Hilfeleistung und für die Unfallrettung interessiert. Beruflich bin ich zuständig für das Produktmanagement bei WEBER RESCUE Systems in Österreich. Auf dieser Seite möchte ich mein gesammeltes Wissen an andere Einsatzkräfte und interessierte Besucher weitergeben, um sie im Einsatzalltag zu unterstützen.




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