Ausrüstung

29. Juli 2010

LED-Taschenlampe M7 von LED LENSER (Produkttest)

[Trigami-Review]

In den letzten beiden Wochen hatte ich die Möglichkeit, die neue LED-Taschenlampe M7 von LED-Lenser ausführlich zu testen.
Wie schon mit den früheren Modellen, die ich seit gut einem Jahr in den verschiedensten Einsatzbereichen nutze, bin ich auch mit dieser Version mehr als zu frieden.
Durch die verschiedenen vorprogrammierten Lichtprogramme und die einfache Hand- habung eignet sie sich bestens für Einsatzkräfte und deren tägliche Arbeit.
Besonders überzeugt hat mich die robuste und solide Verarbeitung des Gehäuses und die gewaltige Lichtstärke der einzigen LED, die selbst in tiefster Nacht über weite Strecken zuverlässig „hell“ macht. Nun aber zum eigentlichen hoffentlich objektiven Test der Lampe…

LED LENSER – Hochwertige Taschenlampen für jeden Bereich

Unter dem Namen LED LENSER vertreibt der Hersteller Zweibrüder Optoelectronics hochwertige und vor allem robuste LED-Taschenlampen für jeden Anwendungsbereich. Ich verwende diese Taschen- lampen schon seit längerer Zeit in den verschiedensten Ausführungen und bin durchweg überzeugt! Nun stellt LED LENSER mit der M7 ab Anfang August eine neue Innovation vor, die in kurzer Zeit auch als MT7, die zusätzlich über eine taktische Endkappe für Rettungskräfte verfügt, mit der z.B. Scheiben eingeschlagen werden können. Außerdem soll zeitnah auch eine Akkuversion unter der Bezeichnung M7R auf den Markt gebracht werden.

M7 – Kleine Lampe, großer Funktionsumfang

In dieser kleinen LED-Lampe steckt wirklich wesentlich mehr als man denkt! Mit gerade mal 137 mm Länge und einem Gewicht von nur 193 g bietet sie handliche Abmessungen und lässt in der Haptik nicht zu wünschen übrig. Selbst mit Handschuhen lässt sie sich immer noch gut bedienen, was nicht zuletzt der Einhandmechanik und dem griffigen Gehäuse zu verdanken ist.
Trotz dieser kompakten Abmaße erstrahlt die verbaute LED mit 220 Lumen und schlägt damit sogar die größte Maclite um Längen. Der fokusierte Lichtstrahl ist nach Herstellerangaben sogar noch in 255 m Entfernung zu sehen, was allemal für jede Einsatzstelle (selbst bei einer Personensuche) ausreichen sollte. Ob diese Angabe auch in der Praxis erreicht wird, konnte ich jetzt nicht nachmessen. Für meine Zwecke war es aber auf jeden Fall mehr als weit genug. Dieser Lichtstrom wird von vier AAA-Batterien über eine Leuchtdauer von 11 Stunden gespeist, ohne dabei an Leuchtkraft zu verlieren.

Advanced Focus Linsensystem

Wie alle anderen Modelle von LED-Lenser besitzt natürlich auch die M7 das praktische fokusierbare Linsensystem, mit dem durch Verschieben der Linse „gezoomt“ werden kann. Somit ist ein schneller und stufenloser Wechsel zwischen einer gestreuten Lichtabgabe im Nahbereich und einem gebündelten Strahl für die Entfernung möglich. Neu bei der M7: Die Fokusierung kann in jeder Position durch die „Fast Lock“ Funktion arretiert werden. Hierzu ist lediglich ein kurzer Dreh der verschiebbaren Linseneinheit nötig.
Was mir besonders bei diesem Linsensystem gefällt ist, dass der sonst übliche, störende dunkle Punkt in der Mitte des Lichtstrahles wegfällt. Somit ist es mit dieser Taschenlampe genau dort hell, wo man es auch braucht.

8 vorprogrammierte Lichtfunktionen zur Auswahl

Der neuartige Microcontroller (für den das M im Namen steht) bietet dem Nutzer eine Auswahl von 8 praktischen Lichtfunktionen, zwischen denen mit ein bisschen Übung mittels einem einzigen Tast-Schalter gewechselt werden kann. Die meisten davon lassen sich bestimmt des Öfteren während des Einsatz- geschehens gebrauchen:

  1. Morse Mit dieser Einstellung können nach eigenen Vorstellungen Blinkzeichen gegeben werden.
  2. Power Grundeinstellung (konstanter Lichtstrom mit 220 Lumen).
  3. Boost Der Lichtstrom erhöht sich auf 130% der Grundeinstellung.
  4. Low Power Die Helligkeit der Lampe reduziert sich auf 15%, damit kann man z.B. Dokumente lesen, ohne geblendet zu werden.
  5. Dim Mit der Dimmfunktion kann die Helligkeit zwischen 100% und 15% stufenlos eingestellt werden.
  6. Blink Die LED-Lampe blinkt in einem gleichmäßigen Rhythmus.
  7. S.O.S Es wird das bekannte S.O.S Signal ausgegeben.
  8. Strobe/Defense Mit dieser Funktion bietet die M7 eine Schutzfunktion. Durch das Strobskop können Angreifer für kurze Zeit außer Gefecht gesetzt werden.

Smart Light Technology

Mit diesem elektronischen Lichtsteuersystem stellt die M7 drei unterschiedliche Lichtprogramme zur Verfügung, mit Hilfe derer die acht Lichtfunktionen auf den aktuellen Einsatz angepasst werden können. Somit kann die benötigte Funktion schneller gefunden und aufgerufen werden. Während im Programm „Professional“
alle 8 Funktionen zur Auswahl stehen, fallen die letzten drei genannten im Programm „Easy“ weg. Zuletzt steht mit dem Lichtprogramm „Tactical Defence“ nur die Morse-, Boost- und Strobefunktion zur Auswahl.

Zusätzlich steuert die „Smart Light Technology“ das Entladeverhalten der Lampe. Hier kann zwischen zwei Methoden gewechselt werden. Im Energiesparmodus startet die Taschenlampe mit den Grundeinstellungen und dimmt nach 2 Minuten auf 50%, nach 25 Minuten auf 15% der Grundhelligkeit ab. Im konstanten Modus schaltet die Lampe nach 2 Minuten ebenfalls herunter, allerdings nur auf 60%, die aber erhalten bleiben, bis die Batterien endgültig leer sind.

In diesem Zusammenhang halte ich das „Low Battery Management“ für sehr wertvoll! Die LED-Lampe meldet rechtzeitig (ca. 5 Minuten) bevor die Batterien entleert sind durch ein Blinksignal im Abstand von 10 Sekunden, dass ein Batteriewechsel nötig wird. Dadurch können die Batterien vor dem nächsten Einsatz wieder erneuert werden und man steht nicht plötzlich im Dunkeln.

Bedienung der M7 durch den Tast-Schalter

Zugegeben, die Steuerung der Lampe wirkt zu Beginn sehr kompliziert und unübersichtlich, doch schon nach kurzer Eingewöhnungszeit erfolgt die Bedienung schnell und intuitiv. Das Herzstück bildet hierfür der zweistufige Tast-Schalter, der am Ende der Lampe angebracht ist. Unterschieden wird zwischen komplettem Durchdrücken des Schalters und Antippen (Schalter nur halb durchdrücken bis zum Druckpunkt).

Wechsel zwischen den Lichtprogrammen

Um zwischen den drei Programmen zu wechseln wird der Schalter im ausgeschalteten Zustand der Lampe viermal angetippt und danach eingeschaltet. Die M7 meldet dann durch kurzes Blinken zurück, welcher Modus ausgewählt wurde (1x Professional, 2x Easy, 3x Defense).

Auswahl der Lichtfunktion

Im jeweiligen Programm kann man dann durch Antippen zwischen den zur Verfügung stehenden Lichtfunktionen wechseln. Wird der Schalter über längere Zeit angetippt, dimmt die Taschenlampe zwischen 15% und 100% der Helligkeit hin und her. Für die Boost-Funktion muss der Schalter bei ausgeschalteter Lampe angetippt werden.

Auswahl des Entladeverhaltens

Um einen der beiden Entlademodi zu wählen, wird der Taster einfach acht mal angetippt und die Lampe dann eingeschaltet. Auch hier weist die Lampe durch ein Blinksignal auf den gewählten Modus hin.

Für alle, die nicht ganz so schnell mit dem System klar kommen, liegt der LED-Lampe eine Kurzanleitung in EC-Kartenformat bei, die die Bedienung sehr anschaulich erläutert!

Lieferumfang der M7 LED-Taschenlampe

Geliefert wird die M7 in einer Geschenkbox zusammen mit einem sehr stabilen Gürtelclip, der in jede Position gedreht werden kann, den vier benötigten AAA-Batterien sowei einer kleinen Handschlaufe.
Natürlich liegt der Lampe auch eine Bedienungsanleitung in verschiedenen Sprachen und die bereits erwähnte Kurzanleitung bei.

Durch den Gürtelklipp kann die Taschenlampe sicher an der Einsatzkleidung oder am Feuerwehrgurt befestigt werden. Der eingebaute „Widerhaken“ schützt vor einem unbeabsichtigten Verlieren der Lampe während dem Einsatz. Mit Hilfe des Drehgelenkes kann die Lampe am Clip in jede Position gedreht werden, wodurch auch ein Benutzen direkt am Clip möglich wird.

Fazit

Die neue M7 überzeugt durch ihre hochwertige Verarbeitung (Goldkontakte, abgedichtetes Gehäuse, edles Design) und ihren durchdachten Funktionsumfang, der meiner Ansicht nach sehr gut für den Einsatz bei Rettungsorganisationen geeignet ist. Als Zubehör wäre vielleicht noch ein Gürtelholster wie bei den anderen Modellen wünschenswert, der Clip macht die Entnahme mit Handschuhen aber komfortabel und schnell. Die technischen Daten lassen keine Wünsche übrig und sollten für jeden Einsatz völlig ausreichen. Ebenfalls interessant ist der modulare Aufbau der Lampe, wodurch bei einem Defekt nicht gleich das ganze Gehäuse getauscht werden muss, sondern gezielt eine Komponente ausgewechselt werden kann.
Allerdings eignet sich diese Lampe NICHT für einen Pupillentest beim Patienten, nicht umsonst warnt ein Lasersymbol vor dem direkten Leuchten ins Auge!

Der Preis der Lampe wird zur Einführung bei ca. 100 € liegen. Damit spielt sie natürlich schon im oberen Preissegment mit, bietet aber auf jeden Fall einen entsprechenden Gegenwert. Weitere Informationen zur M7 und den anderen Produkten von LED LENSER gibt es entweder auf der Webseite www.ledlenser.com oder auf Facebook und Twitter. Außerdem hat der Hersteller Zweibrüder Optoelectronics auf seiner Homepage ein Forum und eine Gallerie mit tollen Lichtdesignbildern eingerichtet!

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Der Autor dieses Artikels:

Patrick Allinger
Ich bin ein begeisterter Feuerwehrmann, der sich vor allem für den Bereich der technischen Hilfeleistung und für die Unfallrettung interessiert. Beruflich bin ich zuständig für das Produktmanagement bei WEBER RESCUE Systems in Österreich. Auf dieser Seite möchte ich mein gesammeltes Wissen an andere Einsatzkräfte und interessierte Besucher weitergeben, um sie im Einsatzalltag zu unterstützen.




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