Aktuelles

16. Juli 2010

Neuer Tiefstand bei den Verkehrstoten

Gestern wurden vom Statistischen Bundes- amt in Wiesbaden die abschließenden Zahlen bei den Verkehrstoten für das Jahr 2009 veröffentlicht. Laut den vorgestellten Zahlen nahm die Anzahl der bei Verkehrsunfällen auf Deutschlands Straßen zu Tode gekommenen Personen auch im letzten Jahr wieder ab. Somit hält der erfreuliche Trend auch weiterhin an und es konnte ein neuer Tiefstand seit dem Beginn der Erfassung im Jahr 1950 erreicht werden. Gleiches gilt für die Zahl der Leicht- und Schwerverletzten.

Entwicklung der Verkehrstoten

Auch 2009 hat sich der Trend der letzten zehn Jahre fortgesetzt: Mit insgesamt 4152 Personen kamen im letzten Jahr 7,3 Prozent (325) weniger Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben als im Vorjahr. Damit konnte erneut ein Tiefstand seit Beginn der Erfassung im Jahr 1950 vermeldet werden.

Die bisher höchste erfasste Zahl an Verkehrstoten aus dem Jahr 1970 liegt bei 17.084. Seit dem ist die Zahl aber im Verhältnis zu der vorhandenen Fahrzeuganzahl stetig gesunken. Waren es 1970 bei einem Kraft- fahrzeugbestand von 20,8 Millionen Fahrzeugen noch ca. 10 Verkehrstote pro 10.000 Fahrzeugen, liegt diese Zahl im vergangenen Jahr bereits bei unter einem Getöteten auf 10.000 Fahrzeuge.

Trotz alledem sind mit durchschnittlich elf Menschen pro Tag immer noch viel zu viele Menschen auf deutschen Straßen ums Leben gekommen!

Rückgang der Verletzten bei steigenden Unfallzahlen

Einen Rückgang gab es ebenfalls bei den Verletztenzahlen. Mit rund 329.100 leicht- und 68.500 schwerverletzten Personen waren es 2,7 Prozent beziehungsweise 2,9 Prozent weniger als im vorangegangenen Jahr. Diese Entwicklung ist um so bemerkenswerter, da die Gesamtzahl der polizeilich registrierten Unfälle sogar um 0,9 Prozent auf über 2,31 Millionen gestiegen ist.
Dabei kam es bei 2,0 Millionen Unfällen (plus 1,5 Prozent) lediglich zu Sachschäden, was sicher auch den immer sicherer werdenden Fahrzeugen zu verdanken ist. Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden ging dagegen um 3,1 Prozent zurück.

Weitere interessante Daten und Fakten

Unfallursachen

Als Hauptunfallursache bei Unfällen mit Personenschäden stehen 2009 die Standartfahrmanöver, wie beispielsweise das Abbiegen, Wenden und Anfahren ganz oben.
Aber schon die zweithäufigste Unfallursache war eine nicht angepasste Geschwindigkeit.
Alkoholeinfluss spielt vor allem bei schwereren Unfällen eine entscheidende Rolle, allerdings hat diese Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 10% abgenommen!

Risikogruppe 18- bis 24-Jährige

Trotz eines Rückgangs um 10% kamen im vergangenen Jahr 796 junge Erwachsene ums Leben. Damit gehört fast jeder fünfte Tote sowie jeder fünfte Verletze zu dieser Altersgruppe, obwohl diese nur einen Bevölkerungsanteil von 8,3 Prozent stellt!

Gründe für den kontinuierlichen Rückgang

Für diesen doch recht eindeutigen und anhaltenden Rückgang der bei Verkehrsunfällen verletzten und getöteten Personen gibt es meiner Meinung nach gleich mehrere Gründe:

  • Moderne Fahrzeugtechnologie
    Die immer stabiler und sicherer werdenden Fahrzeuge tragen am entscheidensten zum Schutz der Fahrgäste bei.
  • Gesetzliche Vorgaben
    Durch Erhöhung der Strafen und die Einführung der Alkoholgrenze, sowie die Ausweitung der Geschwindigkeitsbegrenzungen wird das Gefahrenpotential gesenkt.
  • Ausbildungsstand der Rettungskräfte
    Durchdachte Rettungstechniken und eine gezielte Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen beschleunigen die Rettungsarbeiten und erhöhen damit die Überlebenschance der Unfallopfer.
  • Neue Rettungsgeräte
    Damit wird es für die Rettungskräfte leichter, auch stark beschädigte Fahrzeuge schnell und für den Patienten sicher zu öffnen.
  • Verbesserte medizinische Versorgung
    Durch verbesserte präklinische und klinische Behandlungs- möglichkeiten kommt den Verletzten eine bessere Versorgung zu.

Dies sind sicher nicht alle Gründe die zu diesem erfreulichen Rückgang führen. Sie beschreiben aber gut, welche Faktoren dabei mitspielen. Da diese Entwicklung stetig weiter fortschreitet, ist sicher auch in Zukunft mit einem Rückgang der Verkehrstoten und bei Unfällen verletzten Personen zu rechnen…



Artikel teilen:

Der Artikel hat dir gefallen? Dann teile ihn doch bitte mit deinen Freunden:


Der Autor dieses Artikels:

Patrick Allinger
Ich bin ein begeisterter Feuerwehrmann, der sich vor allem für den Bereich der technischen Hilfeleistung und für die Unfallrettung interessiert. Beruflich bin ich zuständig für das Produktmanagement bei WEBER RESCUE Systems in Österreich. Auf dieser Seite möchte ich mein gesammeltes Wissen an andere Einsatzkräfte und interessierte Besucher weitergeben, um sie im Einsatzalltag zu unterstützen.





  1. Oli

    Hallo Patrick!

    bin eben über den Blog gestolpert und freue mich über so viele hilfreiche Artikel.

    Ich bin seit gut 20 Jahren aktiv und mein Steckenpferd ist die Maschinistenausbildung.
    Unfallverhütung und Ursachenforschung sind dabei Themen, die ich gern genauer in der Ausbildung sehen würde, vor allem, weil ja doch viele Unfälle bei der Anfahrt oder bei der Einsatzfahrt passieren.
    Hier gibt es leider keine belastbaren Statistiken, aber meine Einschätzung ist, dass die Unfallzahlen deutschlandweit runtergehen, die Unfallzahlen bei Einsatzfahrten aber steigen.
    Daher habe ich im September begonnen, die Medien nach Eigenunfällen zu durchsuchen und habe – fraktionsübergreifend – über 150 verschiedene Unfälle gefunden. Ein klares Zeichen, dass hier noch viel Aufklärungsbedarf bei uns Einsatzkräften besteht.

    Viel Erfolg weiterhin mit der Webseite!

    Oliver



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.