Interviews

9. Juli 2010

Interview mit Bernd Fetzer vom Weber-Hydraulik Ausbilder-Team

Diese Woche hatte ich die Möglichkeit, ein kleines Interview mit Bernd Fetzer vom Weber-Hydraulik Ausbilderteam zu führen.
Da Bernd nicht nur bei der Feuerwehr tätig ist, sondern hauptberuflich im Rettungsdienst arbeitet, lag es nahe, in diesem Interview näher auf die Zusammenarbeit der beiden Organisationen und die dabei wichtigen Punkte einzugehen. Denn gerade durch eine intensive und gute Zusammenarbeit ist eine effektive und schnelle Rettung der Patienten erst möglich!

1. Du arbeitest hauptberuflich beim Rettungsdienst und bist nebenher Ausbilder für Technische Hilfeleistung im Weber-Hydraulik Ausbilder-Team. Erzähl den Lesern doch noch etwas mehr über dich!

Ich bin im Jahr 1971 geboren und seit 1988 Mitglied der Feuerwehr Auenwald, zunächst in der Jugendfeuerwehr. Die Technische Hilfeleistung war schon immer mein Interessengebiet in der Feuerwehr. Über die Stationen Jugendfeuerwehrwart, Zugführer, Abteilungskommandant wurde ich im Jahr 2008 zum Stv. Feuerwehrkommandanten gewählt. Beruflich habe ich nach einer Ausbildung zum Industriemechaniker Zivildienst im Rettungsdienst gemacht. Gleich anschließend habe ich die Ausbildung zum Rettungsassistenten absolviert. Nach einigen weiteren Zusatzqualifikationen wurde ich 1999 zum stellvertretenden Rettungswachenleiter und 2007 zum Rettungswachenleiter bestellt. Seit 2000 bin ich als Organisatorischer Leiter Rettungsdienst im Landkreis tätig und teile mir diesen Dienst mit den anderen Rettungswachenleitern im Landkreis auf.

2. Wie bist du denn dazu gekommen, einen Blick auf die „andere Seite“ zu werfen und Ausbildungen im Arbeitsfeld der Feuerwehr zu machen?

Wie schon oben beschrieben, habe ich schon immer großes Interesse an der Technischen Hilfeleistung und habe dort auch viele Fortbildungsveranstaltungen besucht. Bei diesen Veranstaltungen habe ich das Weber Ausbilder-Team kennengelernt. Im Jahr 2008 habe ich mich dann beworben und wurde ins Team aufgenommen. Das war für mich ein besonderer Tag, denn dieses Miteinander im Team ist einfach nur schön, jeder unterstützt seine Kameraden wo er kann.

3. Bei den Ausbildungen gehst du meistens gezielt auf die Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und Feuerwehr ein, was ist denn deiner Meinung nach besonders wichtig?

Für mich stehen die gemeinsame Absprache und die gute Kommunikation im Vordergrund. Aus meiner Sicht ziehen wir alle an einem Strang egal ob wir „Rot“ oder „Blau“ tragen. Wwir haben ein gemeinsames Ziel: Dem Patienten die beste mögliche Hilfe zukommen zu lassen und Folgeschäden zu vermeiden. Dazu gehört, sich bereits im Vorfeld zu kennen und zu wissen, was die andere Seite leisten kann und wie man sich unterstützen kann. Wenn ein Rettungsdienst-Mitarbeiter weiß wie man einen Lungenautomaten anschließt und ein Feuerwehrangehöriger weiß wie man zum Beispiel die Trage aus dem Rettungswagen holt, dann sind wir auf einem sehr guten Weg.
Viele Notärzte und Mitarbeiter im Rettungsdienst möchten bei Einsätzen immer die Abnahme des Daches, was ja bei den heutigen modernen Fahrzeugen sehr zeitaufwändig werden kann. Hier denke ich, sollte man vermehrt andere Möglichkeiten, wie zum Beispiel die große Seitenöffnung oder das Wegdrücken des Daches darstellen und vorschlagen.

4. Wie sieht es denn in der Praxis aus? Funktioniert hier die Kommunikation oder kommt es oft zu Missverständnissen?

An den meisten Einsatzstellen funktioniert die Kommunikation gut. Die Feuerwehr ist froh, wenn der Rettungsdienst da ist und den Patienten versorgt, der Rettungsdienst ist froh, wenn jemand mit technischem Gerät und Kenntnis da ist, um den Patienten zu befreien. In den Bundesländern, in denen Rettungsdienst und Technische Rettung sozusagen aus einem Haus kommen ist es natürlich etwas einfacher, da man sich von der Wache her kennt. Aber wenn man gemeinsame Ausbildung macht und sich kennt, funktioniert das auch bei verschiedenen Organisationen sehr gut. Ich persönlich halte es für unerlässlich, dass sich die Führungskräfte untereinander kennen.

5. Ich stelle mir die Trennung der beiden Bereiche im Einsatz sehr schwer vor. Kommt es denn vor, dass du als Rettungsassistent an die Einsatzstelle kommst, dann aber trotzdem die Kameraden der Feuerwehr mit Tipps versorgen musst/willst?

Es kommt schon vor, dass man was sagen will oder muss. Ich denke allerdings, hier macht „ der Ton die Musik“ und wenn man es ruhig und kollegial rüberbringt funktioniert das Ganze gut. Ich habe an Einsatzstellen aber schon öfters gute Techniken kennengelernt und mitgenommen.

6. Vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast!

Vielen Dank, dass ich an diesem Interview teilnehmen durfte. Ich hoffe, dass ich damit etwas zu deinem Blog beitragen konnte.

Wie von Bernd beschrieben, ist die Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und Feuerwehr extrem wichtig! Auch ich habe aber schon festgestellt, dass wir durch regelmäßige gemeinsame Übungen und einer fächerübergreifenden Ausbildung auf einem sehr guten Weg sind. Schon geringe Kenntnisse über die Arbeitsabläufe der anderen Organisation bringen die Rettungsarbeiten weit voran.

Wie sind eure Erfahrungen mit der Zusammenarbeit an der Einsatzstelle?



Artikel teilen:

Der Artikel hat dir gefallen? Dann teile ihn doch bitte mit deinen Freunden:


Der Autor dieses Artikels:

Patrick Allinger
Ich bin ein begeisterter Feuerwehrmann, der sich vor allem für den Bereich der technischen Hilfeleistung und für die Unfallrettung interessiert. Beruflich bin ich zuständig für das Produktmanagement bei WEBER RESCUE Systems in Österreich. Auf dieser Seite möchte ich mein gesammeltes Wissen an andere Einsatzkräfte und interessierte Besucher weitergeben, um sie im Einsatzalltag zu unterstützen.




0 Kommentare


Bisher gibt es noch keine Kommentare!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.